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Das Scheinwerferlicht wurde schwächer, als Arlo and Milo sich zum letzten Mal verbeugten. Das Publikum tobte vor Begeisterung, ihre Rufe hallten durch das rot-goldene Zirkuszelt. Die Brüder grinsten sich an, noch immer außer Atem von ihrem dreifachen Salto-Finale. „Wieder eine perfekte Show", sagte Arlo und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Sein glitzerndes blaues Kostüm fing die letzten Strahlen der Deckenlichter ein. Milo nickte und richtete sein passendes Outfit in schimmerndem Grün. „Wir werden jede Nacht besser. Hast du gespürt, wie geschmeidig diese synchrone Drehung war?" Sie gingen zum Übungsbereich hinter der Hauptmanege, ihre weichen Schuhe tappten über den Sägespanboden. Die anderen Künstler packten zusammen – Jongleure sammelten ihre Kegel ein, Clowns nahmen ihre roten Nasen ab. Aber für Arlo and Milo begann die Nacht erst. Sie blieben immer lange, um neue Nummern zu üben.
In der Übungsecke dehnten sie sich auf den dicken blauen Matten. Das Zirkuszelt fühlte sich nachts anders an – ruhiger, fast friedlich. Die einzigen Geräusche waren das sanfte Knarren der Zeltstangen und das ferne Summen des Generators. „Bereit, die Sternenformation zu üben?" fragte Milo und bewegte seine Finger. Arlo stand auf und bot ihm die Hand an. „Immer bereit, wenn du es bist, Bruder." Sie begannen mit einfachen Bewegungen – Hände verschränkt, langsam drehend, ihre Balance testend. So fingen alle großen Kunststücke an: mit Vertrauen, mit Verbindung, mit zwei Menschen, die sich als einer bewegten. Das Zelt wurde dunkler, als die Hauptlichter ausgingen und nur die Notbeleuchtung sanft glühte. Aber die Brüder störte das nicht. Sie kannten jeden Zentimeter dieses Raumes auswendig. Sie konnten mit geschlossenen Augen auftreten, wenn es nötig wäre.
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