Vorschau
Ember die Füchsin liebte ihre Morgenroutine. Sie streckte sich auf ihrem Lieblingsfelsen und wartete auf die Sonne. Aber heute war etwas anders.
Der Himmel blieb dunkel. Kein goldenes Licht erschien. „Wo könnte die Sonne nur sein?" fragte sich Ember, ihre Schnurrhaare zuckten vor Sorge.
Vögel zwitscherten verwirrte Lieder in der Dunkelheit. Blumen blieben fest geschlossen. Sogar der Morgentau fühlte sich seltsam und kalt an.
Ember schnüffelte vorsichtig in der Luft. Kein Rauch. Keine Wolken. Sie fand winzige silberne Schuppen auf dem Boden. „Was hat diese gemacht?" fragte sie sich.
Mehr Hinweise erschienen beim Teich. Seltsame runde Schatten tanzten auf dem Wasser. Sie bewegten sich in perfekten Kreisen, immer wieder.
„Diese Schatten sind neu," dachte Ember. Sie sammelte eine Schuppe in ihrer Pfote. Sie fühlte sich kühl und glatt an, wie ein Flusskiesel.
„Vielleicht sitzt ein Riesenvogel auf der Sonne!" vermutete Ember. Sie hatte schon große Adler gesehen. Das könnte ein riesiger sein!
Sie kletterte auf den höchsten Baum, um zu schauen. Nirgends ein Riesenvogel. Der Himmel war leer, nur funkelnde Sterne am Tag.
„Wenn ein Vogel die Sonne versteckt, wo sind seine Federn?" grübelte Ember. Sie fand nur mehr silberne Schuppen überall verstreut.
Plötzlich hörte Ember Summen von der Wiese. „Noch jemand ist wach!" Sie eilte hoffnungsvoll auf das Geräusch zu, auf der Suche nach Antworten.
Es war Oliver die Eule, hellwach am Tag! „Ist diese Dunkelheit nicht wunderbar?" rief er. „Endlich kann ich alles klar sehen!"
„Aber wo ist die Sonne?" fragte Ember. Oliver zuckte nur mit den Schultern. „Wer braucht sie schon? Das ist perfektes Eulenwetter!" Das half überhaupt nicht.
Ember bemerkte etwas Neues. Die silbernen Schuppen bildeten eine Spur. Sie führte den Hügel hinauf zur alten Eiche. Ihr Herz schlug schneller.
Bei der Eiche erschrak sie. Ein schimmernder silberner Schwanz hing von einem Ast! Er schwang sanft und ließ mehr Schuppen fallen.
„Hallo da oben!" rief Ember mutig. Ein freundliches Drachengesicht lugte herunter. „Oh! Ich wollte keinen Ärger machen," sagte sie sanft.
„Ich bin Luna," erklärte die Drachin. „Ich war so müde vom Fliegen. Ich rollte mich am Himmel zusammen, um zu ruhen. Ich wusste nicht, dass ich etwas verdecke!"
Ember verstand es jetzt. Lunas silberner Körper hatte die Sonne verdeckt! „Veränderung kann beängstigend sein," sagte Ember, „aber du hast stattdessen etwas Magisches gebracht."
Luna bewegte sich vorsichtig zur Seite. Goldenes Sonnenlicht strömte wieder herab. „Komm uns gerne besuchen!" rief Ember. „Du hast den Morgen besonders gemacht!"
Von da an freute sich Ember auf Veränderungen. Manchmal kam Luna zu Besuch und brachte silberne Morgenschatten mit. Anders sein konnte auch wunderbar sein!
Lade Momo herunter, um die ganze Geschichte mit Audio und Illustrationen zu lesen
Lies die ganze Geschichte in der Momo-App