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Hoch in den Ästen einer uralten Eiche streckte Nyra, die kleine Fledermaus, ihre weichen, samtigen Flügel, während die letzten goldenen Sonnenstrahlen die Blätter um sie herum bemalten. Der Tag faltete sich zusammen wie eine sanfte Decke, und die warme Luft trug den süßen Duft der Abendblumen mit sich, die zu blühen begannen. Sie gähnte ein winziges Gähnen, ihr rosa Näschen zuckte, als sie beobachtete, wie der Himmel sich von strahlendem Blau zum zartesten Lavendelton verwandelte. Die Welt unter ihr wurde still, nur das Flüstern der Blätter und das ferne Schlaflied eines Baches sangen den Tag in den Schlaf.
Als die Schatten länger und weicher wurden, bemerkte Nyra, wie die anderen Taggeschöpfe sich zur Ruhe begaben. Eine Spatzenfamilie steckte ihre Köpfchen unter die Flügel auf einem nahen Ast, und ein schläfriges Eichhörnchen rollte sich in sein Blätternest. Die Luft selbst schien sich nun langsamer zu bewegen und trug sanfte Brisen mit sich, die die Baumäste wie Mutters Arme wiegten. Nyra beobachtete alles mit ihren großen, dunklen Augen und spürte das vertraute Kribbeln in ihren Flügeln, das ihr sagte, dass die Nacht fast da war. Bald würde ihre Zeit kommen, vollständig zu erwachen, während andere in Träume glitten.
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